Sam Snead

"Golfplatzarchitekten machen mich krank. Die können selber nicht spielen und legen darum die Golfplätze so an, dass alle anderen auch nicht spielen können."

Die wichtigsten Änderungen der Golfregeln 2008-2011

Regel 4-2 Veränderte Spieleigenschaften und Fremdstoff; StrafenvermerkRegisterkarte

Das Mitführen, jedoch nicht Benutzen, eines unzulässigen Schlägers oder eines Schlägers, der den Bestimmungen der Regel 4-2 widerspricht, wird auf die gleiche Strafe wie für das Mitführen von mehr als 14 Schlägern geändert (Zwei Strafschläge je Loch, max. 4 Strafschläge). Erst wenn ein Spieler einen Schlag mit einem unzulässigen Driver macht, fällt als Strafe die Disqualifikation an.

Regel 12-2 Ball identifizieren

Regel 12-2 schränkt nicht mehr ein, an welchen Stellen des Platzes der Ball identifiziert werden darf. Dies darf also nun auch im Gegensatz zu früher im Hindernis geschehen, wo es bisher verboten war. (siehe auch entsprechende Änderung zu Regel 15-3, Strafloses Spielen eines falschen Balls im Hindernis entfällt).

Regel 14-3 Künstliche Hilfsmittel, ungebräuchliche Ausrüstung und ungebräuchliche Nutzung von Ausrüstung

Die Regel enthält nun eine Anmerkung, die die Einführung einer Platzregel zum Gebrauch von Entfernungsmessern ermöglicht. Ohne eine solche Platzregel bleiben jegliche Entfernungsmesser verboten. Wird die Platzregel erlassen, so dürfen nur Geräte verwendet werden, die ausschließlich die direkte Messstrecke anzeigen und keine anderen Rechenfunktionen enthalten.

Regel 15-3 Falscher Ball

Da ein Spieler nach Regel 12-2 (s. o.) seinen Ball nun auch im Hindernis identifizieren darf, ist er auch dort dafür verantwortlich, den richtigen Ball zu spielen. Dementsprechend fallen für das Spielen eines falschen Balls im Hindernis nun zwei Strafschläge an.

Regel 16-1e Über oder auf der Puttlinie stehen

Wenn ein Spieler unabsichtlich oder um seinen Mitbewerben nicht in die Puttlinie zu treten auf oder quer über seiner Puttlinie steht, so gilt dies nicht als Verstoß gegen Regel 16-1e. Eine regelmäßige Puttroutine, die eine solche Standposition zum Inhalt hat, bleibt jedoch unzulässig (bisher nur in einer Entscheidung geregelt).

Regel 19-2 Ball in Bewegung abgelenkt oder aufgehalten; Durch Spieler, Partner, Caddie oder Ausrüstung

Trifft der Ball eines Spielers nach einem Schlag dessen Ausrüstung, Caddie oder den Spieler selbst, so zieht dieser sich nur noch einen Strafschlag und nicht mehr zwei Strafschläge bzw. Lochverlust zu.

Regel 20-7c Vom falschen Ort spielen: Zählspiel

Hier wurde eine Anmerkung hinzugefügt, die die Doppelstrafe vermeidet, wenn ein Spieler vom falschen Ort spielt und fälschlich einen Ball ersetzt (siehe entsprechende Änderung zu Regel 15-2)

Bewegliche Hemmnisse

Es ist zukünftig erlaubt, einen bedienten, hingelegten oder hochgehaltenen Flaggenstock zu bewegen, auch wenn ein Ball in Bewegung ist.

Regel 27-1 Strafschlag und Distanzverlust, Ball im Aus, Ball nicht innerhalb von fünf Minuten gefunden

Der Begriff „berechtigte Anzeichen“ wird durch „bekannt oder so gut wie sicher“ ersetzt, wenn zu bestimmen ist, ob ein nicht gefundener Ball als in einem Hemmnis (Regel 24-3), in ungewöhnlich beschaffenem Boden (Regel 25-1c) oder in einem Wasserhindernis (Regel 26-1) liegend angesehen werden darf. Siehe entsprechende Änderungen der Erklärung „Verlorener Ball“ und Regel 18-1

Ziffer 4.c Trampolineffekt des Schlägerkopfes

Hier wird unter Bezug auf ein separates Testverfahren ein höchstzulässiger Trampolineffekt eines Golfschlägerkopfes festgesetzt. Jegliche Schläger mit einem höheren Wert sind ab dem 01.01.2008 nicht mehr zugelassen.

Es ist hier wie folgt zu unterscheiden:

a) Hat eine Spielleitung die „List of Conforming Driver Heads“ ausdrücklich in der Ausschreibung eines Wettspiels in Kraft gesetzt, so muss ein Schläger gespielt werden, der auf dieser Liste enthalten ist, es sei denn, er wäre vor 1999 gebaut worden.

b) Wird die in a) genannte Liste nicht ausdrücklich in Kraft gesetzt, so muss ein fraglicher Schläger nicht in dieser Liste aufgeführt sein, muss aber dennoch den Bestimmungen entsprechen, wenn er getestet würde. Keinesfalls darf er in der „List of Non-Conforming Drivers“ enthalten sein.

Die Listen finden sich auf der Homepage des R&A www.randa.org in den Bereichen Rules > Equipment. Schläger, die auf beiden Listen fehlen, müssen demnach nicht automatisch einen zu hohen Trampolineffekt haben, sind jedoch unzulässig, wenn ein Schläger verlangt wird, der ausdrücklich zugelassen ist. Eine Spielleitung ist nicht berechtigt, die Anwendung dieser Regel zu ignorieren.

 


 

Regelfragen und Antworten

Frage

Mein Ball lag ca. 15 Meter vor dem Loch am Grün. Ich lochte mit einem Schlag meinen Ball ein. Als ich meinen Ball aus dem Loch nehmen wollte, lag noch der Ball meines Mitspielers darin. Ich musste 2 Strafschläge laut meinem Zähler nach Regel 19-5 hinnehmen. Im Clubhaus gab es nun verschiedene Meinungen zu diesem Vorfall.

Antwort

Erklärung 'Einlochen' Ein Ball ist eingelocht, wenn er unterhalb der Lochkante zur Ruhe gekommen ist. Wird daher beim Einlochen ein anderer Ball getroffen, welcher bereits im Loch liegt, so ist das straflos, weil in der Erklärung 'Ball im Spiel' der im Loch liegende Ball nicht mehr im Spiel ist. Die von Ihrem Zähler angeführte Regel 19-5a ist nicht falsch, muss aber in Verbindung mit der Erklärung 'Ball im Spiel' behandelt werden. Dennoch ist es üblich, dass jeder Spieler unverzüglich nach dem Einlochen den Ball aus dem Loch nimmt.

Frage

Ein Spieler macht einen Schlag nach dem Ball am Abschlag und trifft den Ball nicht, also ein 'Luftschlag'. Beim neuerlichen Ansprechen passierte es, der Ball wurde vom Tee gestossen. Der Zähler erklä;rt dem Spieler, dass der Ball nun gespielt werden muss, so wie er liegt. Der Spieler ist aber der Ansicht, dass er den Ball straflos zurücklegen (aufs Tee) darf. Wie ist hier die Regel?

Antwort

Wenn ein Schwung ausgeführt wurde in der Absicht den Ball zu schlagen war das ein Schlag. Der Ball ist im Spiel, auch wenn er nicht getroffen wurde. Nachdem nun der Ball beim Ansprechen vom Tee gestossen wurde, gilt der Ball als in Ruhe bewegt, weil er ja bereits im Spiel war. Die Regel 11-3 'Ball fällt vom Tee' kann in diesem Fall nicht mehr angewendet werden. Jetzt sagt die Regel 18-2b, der bewegte Ball muss zurückgelegt werden und der Spieler zieht sich einen Strafschlag zu. Wenn allerdings der Ball von diesem Ort gespielt worden wäre wo er herunter gestossen wurde, hätte es zwei Strafschläge gegeben. Die Regel 'Spielen vom falschen Ort' käme dann zur Anwendung.

Frage

Darf ein provisorischer Ball nachgespielt werden, wenn ein Ball ins Wasserhindernis geschlagen wurde und man nicht weiss, ob er ganz verloren oder doch spielbar ist.

Antwort

Es gibt immer wieder Diskussionen, ob ein provisorischer Ball gespielt werden kann, wenn der ursprüngliche Ball im Wasserhindernis gelandet ist. Wenn Sie Ihren Ball offensichtlich ins Wasserhindernis geschlagen haben, besteht kein Grund, einen provisorischen Ball zu spielen. Ist er spielbar, kann er ja gespielt werden, es darf nur der Schläger nicht auf dem Boden aufgesetzt werden. Ist er verloren oder nicht spielbar, haben Sie die Möglichkeit, vorne, wo der Ball ins Hindernis geflogen ist, die Wasserhindernisregel 26-1 anzuwenden, einen Strafschlag hinzuzurechnen und einen Ball zu droppen. Wenn Sie Ihren Ball also ins Wasserhindernis geschlagen haben, besteht nicht die Möglichkeit, einen provisorischen Ball zu spielen. Tun Sie es trotzdem, ist dieser Ball, nach Regel 26-1a unter Hinzurechnung eines Strafschlages,> im Spiel, und der ursprüngliche Ball gilt als verloren. Problematisch wird es, wenn Sie einen zweiten Ball ins Spiel gebracht haben und dann den ursprünglichen Ball weiterspielen. Dann spielen Sie nämlich einen falschen Ball und es droht Disqualifikation. Einen provisorischen Ball können Sie nur dann spielen, wenn Ihr Ball ausserhalb eines Wasserhindernisses verloren oder im Aus sein kann.

Frage

Ein Spieler spielt seinen zweiten Schlag, sucht flüchtig nach seinem Ball, geht zurück und lässt einen anderen Ball gemäss Regel 27-1 fallen. Bevor er den fallen gelassenen Ball spielt und noch innerhalb der fünfminütigen Suchzeit, wird sein ursprünglicher Ball gefunden. Muss der Spieler den fallen gelassenen Ball weiterspielen?

Antwort

Ja. Als der Spieler den neu eingesetzten Ball an der Stelle des vorhergegangenen Schlags in der Absicht ins Spiel brachte, einen Ball nach Regel 72-1 zu spielen, verfuhr er nach einer anwendbaren Regel. Somit ist Regel 20-6 nicht anwendbar und er muss mit dem neu eingesetzten Ball weiterspielen. (Revidiert)